Die Ökonomie des Standes

2026, 350 Seiten

12 Grafiken und Abbildungen

gebunden

15.5 × 22.5 cm

978-3-03919-670-8

CHF 49.00

Noch nicht erschienen, August 2026

Nelly Ritter, Daniel Schläppi

Die Ökonomie des Standes

Gesellschaftskritik und Verteilkämpfe im alten Bern (1650–1750)

Im 17. Jahrhundert wurde in Bern der Kreis derer, die sich an der Regierung und damit auch an einträglichen Ämtern beteiligen durften, stetig kleiner. Die Folge dieser Abschliessung und der zunehmenden Aristokratisierung des ­«Standes» waren schwelende Konflikte innerhalb der Berner Oberschicht, die Mitte des 18. Jahrhunderts eskalierten.
Nelly Ritter geht diesen Kämpfen um Macht, Einkommen und die richtigen Lebensgewohnheiten in ihrem Buch nach, das sie 2014 aufgrund langer Krankheit unvollendet abbrechen musste. Ihre Untersuchung verwendet vielfältiges Quellenmaterial und nimmt Einzelbiografien ebenso in den Blick wie Politikergruppen oder zeitgenössische Diskurse über richtiges Wirtschaften. Entstanden ist eine dichte Erzählung über eine turbulente Epoche der Berner Geschichte. Ritter rückt bisher Unbeachtetes wie die Biografie des Berner Politikers und Ökonomen Samuel Wagner oder kaum untersuchte administrative Akten in neues Licht und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für die heutige Forschung. Dank der Überarbeitung von Daniel Schläppi und André Holenstein wird Ritters Arbeit nun für ein breites Publikum zugänglich.

Nelly Ritter (1949–2014), geboren in Thun, besuchte das Gymnasium in Thun und Davos. Sie studierte Geschichte an der Universität Bern, wo sie unter Leitung von Prof. Dr. André Holenstein an ihrer Dissertation arbeitete.