2026, 256 Seiten
gebunden
11.5 × 17.5 cm
978-3-03919-665-4
CHF 34.00
Ina Boesch
Marleen
Von der Chirurgie des Wahns
Ina Boesch erzählt die Geschichte ihrer psychisch kranken Tante Marleen, über die während ihrer Kindheit nur in Andeutungen gesprochen wurde. Jahrzehnte später hat sich die Autorin auf Spurensuche nach ihrer geheimnisvollen niederländischen Verwandten gemacht. Durch einen Zufall ist sie auf die Akte ihrer Tante gestossen und kann deren Leidensweg nachzeichnen. An Schizophrenie erkrankt, wurde Marleen 1947 lobotomiert. Danach verbrachte sie den Rest ihres Lebens in psychiatrischen Anstalten. Marleens Schicksal ist repräsentativ für die Medizingeschichte der 1940er- und 1950er-Jahre, als Chirurgen auf die Idee verfielen, den Wahnsinn mit dem Skalpell zu bekämpfen – auch in der Schweiz. Mit zweifelhaftem Ergebnis: Der Schnitt ins Gehirn stellte viele psychisch Kranke ruhig, ohne sie zu heilen. Zehntausende wurden Opfer des Experiments, vor allem Frauen. Marleen war eine von ihnen.
Ina Boesch ist Kulturwissenschaftlerin und freischaffende Publizistin. Sie war viele Jahre Kulturredakteurin bei Radio SRF 2 Kultur und ist Autorin mehrerer erzählender Sachbücher, darunter «Weltwärts» (Hier und Jetzt 2021) und «Schauplatz Avers. Geschichten einer Landschaft» (Hier und Jetzt 2023).
Pressestimmen
«Boesch verwebt den Leidensweg ihrer Tante gekonnt mit der dunklen Psychiatriegeschichte der 1940er- und 1950er-Jahre.» Schweiz am Wochenende
«Ein feinfühliges und zugleich ein beklemmendes Buch. Ina Boesch gelingt es über ihre Annäherung an dieses persönliche Frauenschicksal einen abgrundtiefen Einblick in die Psychiatriegeschichte zu geben.» Radio SRF2
9.9.2026: Lesung und Gespräch: Marleen
Lesung und Gespräch in Basel
23.9.2026: Lesung und Gespräch: Marleen
Lesung und Gespräch in Stans
«Eine erschütternde Lektüre.» NZZ Geschichte
«feinfühlig und zugleich beklemmend» Radio SRF2