Kunst der Möbelmalerei

2011, 216 Seiten

302 farbige und sw Abbildungen

gebunden

20 × 29 cm

978-3-03919-154-3

CHF 58.00    in Euro

Jost Kirchgraber

Kunst der Möbelmalerei

Ein ungeschriebenes Kapitel zur Schweizer Kunstgeschichte

In Kunstmuseen suchen wir vergeblich nach Möbelmalereien. Sie gelten nicht als Kunst im eigentlichen Sinn, sondern als Kunsthandwerk. In den Landschaften Toggenburg und Appenzell finden wir jedoch Malereien auf Truhen, Schränken und Betten aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert, die von hohem künstlerischem Niveau zeugen. Die Maler haben sich offensichtlich an grafischen Vorlagen orientiert, vor allem an Kupferstichen, die damals via Guckkasten und Bilddrucke in ganz Europa Verbreitung fanden. Zahlreiche Abbildungen veranschaulichen die grosse Ähnlichkeit zwischen Vorlage und Möbelmalerei und die vielfältige Motivwelt: Löwen, Pflüger, Jahreszeiten, Liebespaare, Reiter und viele andere Motive bevölkern die gemalten Szenerien. An ihrem Wandel ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts lassen sich gesellschaftliche Veränderungen ablesen: Nicht mehr Engel, sondern Menschengesichter, nicht mehr Roben, sondern bürgerliche und bäuerliche Kleidung, nicht mehr Jerusalem, sondern das eigene Dorf verzieren nun die Schränke und Betten. Diese allmähliche Zuwendung zu irdischen und zeitgenössischen Sujets spiegelt den Säkularisierungsprozess.

Pressestimmen

«Das Buch postuliert nichts Geringeres als die Rehabilitierung der Möbelmalerei als Kunst, jenseits der aktuellen Begeisterung für alles Volkskundliche.» (Ursula Badrutt, St. Galler Tagblatt, 8.4.2011)

«Jost Kirchgraber hat sein Wissen und seine Passion in diesem umfang- und facettenreichen Buch zu Papier gebracht.» (Werdenberger&Alttoggenburger, 8.4.2011)

«Nun legt Jost Kirchgraber mit Kunst der Möbelmalerei eine Publikation vor, die Licht auf dieses Kapitel der Schweizer Kunstgeschichte wirft.» (Berner Zeitung, 14.4.2011).

«In seinem neuen Buch beschreibt Jost Kirchgraber, wie die exotischen Bildsujets, die auf den Schränken und Truhen zu finden sind, über Händler ins Toggenburg kamen.» (Toggenburger Tagblatt, 27.4.2011)

«Das vorliegende Buch bleibt seinem Kosmos treu, den es aber höchst anschaulich und in wunderbarer Vielfalt ausbreitet. [...] Es gehe ihm darum, zu zeigen, nicht zu erklären, schreibt Kirchgraber selber, und erklärt damit eine ganze Menge.» (Moritz Flury-Rova, Kunst und Architektur in der Schweiz, 1/2012)